SpektrumBau 2022: Der Brextor trumpft auf – Vierspurausbau beim Bahnhof Liestal

Der Brextor ist wieder im Einsatz. Diesmal beim Bahnhof Liestal, bei dem ein Vierspurausbau realisiert wird. Die Baustelle weist einige Tücken auf, beispielsweise sind die Platzverhältnisse sehr gering und die Zeitpläne sehr eng. Genau bei solch herausfordernden Bauprojekten kann der Brextor glänzen und seine Trümpfe ausspielen.

Maschinelles Kappen von Bohrpfählen
Unter engsten Platzverhältnissen kam der Brextor in Liestal zum Einsatz

Der Bahnhof Liestal ist ein wichtiger Knotenpunkt innerhalb des SBB Netzes, allerdings besteht die Schwierigkeit, dass sich bis anhin zwei Doppelspurstrecken auf eine vereinen. Die Folge sind sogenannte Kreuzungskonflikte, bei denen eigentlich pünktliche Züge auf die Durchfahrt von Zügen aus der anderen Richtung warten müssen.

Dies schränkt die Kapazität ein und sorgt bei Unregelmäßigkeiten für zusätzliche, unnötige Verspätungsminuten.
Die Erweiterung der nördlichen und südlichen Bahnhofseinfahrt auf vier Spuren soll nun für deutlich weniger Kreuzungskonflikte sorgen. Die zusätzlichen Perronkanten, an welchen die Züge halten können, ermöglichen künftig zudem mehr Flexibilität bei der Steuerung des Zugverkehrs. Beides erlaubt einen pünktlicheren und störungsfreieren Bahnverkehr im Fern-, Regional- und Güterverkehr. Der Vierspurausbau Liestal ist ausserdem eine der Grundvoraussetzungen für einen späteren Angebotsausbau zwischen Olten und Basel.

Bohrpfahlwand herrichten
Stefan Lang (links), Bauführer bei Implenia, schaut sich das Ergebnis des Brextor zusammen mit Roland Waser, Technischer Leiter BRC, an.

Mit dem Ausbau der Perronanlagen und der Unterführungen entspricht die SBB der stetig wachsenden Zahl der Reisenden. Je schneller und komfortabler die Reisenden zu den Zügen gelangen, desto pünktlicher können die Züge losfahren. Der Bahnhof Liestal sichert sich damit die Rolle einer kundenfreundlichen und leistungsstarken öV-Drehscheibe.

Den Auftrag für den Vierspurausbau erhielt Implenia, der führende Schweizer Bau- und Immobiliendienstleister. Die Wahl erscheint logisch, schließlich konnte das Unternehmen bereits in der Vergangenheit seine Expertise im Bereich des Bahnbaus vielfach unter Beweis stellen, unter anderem etwa beim Bahnhofausbau Zürich Oerlikon oder im Rahmen des Jahrhundertprojekts Gotthardbasistunnel.

Die Zeit als entscheidender Faktor

Die SBB als Auftraggeber legt einen hohen Wert auf eine zeitgenaue Ausführung der Arbeiten, schließlich wird der Vierspurausbau während dem laufenden Bahnbetrieb vorgenommen. Die Taktung der Baustelle sowie die rechtzeitige Fertigstellung der einzelnen Abschnitte sind von höchster Wichtigkeit. Aus diesem Grund hat Implenia für die Pfahlkopfbearbeitung die Dienste der BRC Baudienstleister GmbH aus Rain in Anspruch genommen. Der inzwischen allseits bekannte Brextor übernimmt auf dieser anspruchsvollen Baustelle in kürzester Zeit die Aufgabe, die Betonpfähle abzutragen.

«Der Zeitdruck bei dieser Baustelle ist gross, da verschiedene Meilensteine einzuhalten sind», bestätigt Stefan Lang, Bauführer bei Implenia: «Der Einsatz des Brextor erhöht die Planbarkeit der Baustelle, die Maschine arbeitet sehr zuverlässig und sauber. Bei einer manuellen Abtragung durch Spitzen bestünde immer das Risiko, dass Armierungen verletzt und die Betonqualität am Pfahlkopf gestört würden. Dieses Risiko kann ich beim Brextor ausschließen.» Die jahrelange Entwicklungsarbeit, welche die BRC investiert hat, kommt auch hier wieder zum Tragen, schließlich wurden nach 15 Jahren an Erfahrung bereits tausende Pfahlköpfe erfolgreich mit dem Brextor bearbeitet diese Sicherheit ist auch bei dieser Baustelle in Liestal von höchster Wichtigkeit, erhöht sie doch die Planbarkeit und ermöglicht die Einhaltung der strikten Zeitpläne.

Brextor spart aktiv Kosten ein

Wären diese Arbeiten ohne den Brextor überhaupt zu machen? Stefan Lang nickt: «Wir müssten mit Abbruchrobotern die Pfahlköpfe durch Spitzen bearbeiten, was natürlich viel länger dauern würde. Wir bräuchten auch mehr Platz, was hier eine grosse Herausforderung wäre, da man zu wenig Platz für einen Spitzhammer zwischen der Nagelwand und dem Pfahlkopf hat.» Aus diesem Grund müsste man über eine Länge von 300 Metern die bis zu 6 Meter hohe Wand rückversetzen, nur damit genügend Platz für die Pfahlkopfbearbeitung geschaffen werden könnte. Dies würde eine massive Erhöhung der Kosten bedeuten. Dank Brextor, spart man diese Kosten.

Stützmauer mit Bohrpfählen

Coupfix® erhöht die Arbeits­ geschwindigkeit nochmals enorm

Eine weitere Neuigkeit der BRC ist die Zusammenarbeit mit der Winkebauer GmbH. Seit einem dreiviertel Jahr hat die BRC die Generalvertrtung der Winkelbauer Produkte für die Schweiz. Eines der Produkte, welches auch beim Brextor zum Einsatz kommt, ist das Schnellwechselsystem Coupfix®, welches blitzschnelle Werkzeugwechsel inklusive Hydraulik- und Stromversorgung für das Anbaugerät zulässt. Mühsame Schlauchwechsel gehören mit diesem System der Vergangenheit an und erhöhen die Arbeitstaktung nochmals enorm, was auch Stefan Lang bestätigt: «Für uns ist dieses System ein großer Vorteil, da der gleiche Bagger nicht nur die Pfahlköpfe bearbeitet, sondern auch Grabarbeiten vornehmen kann. Ohne diese schnellen und speditiven Wechsel müsste man eine zusätzliche Maschine aufbieten, was allerdings aufgrund der engen Platzverhältnisse ebenfalls zu einem Problem werden würde. Unsere Zeitfenster hier sind teilweise sehr beschränkt. Da ist es umso wichtiger, dass alles gut organisiert ist und die Technik einwandfrei funktioniert.»

Zusammenarbeit funktioniert hervorragend

Ein solches Projekt steht und fällt auch mit der Zusammenarbeit zwischen dem ausführenden Betrieb und den Subunternehmern. Mit der BRC hat Stefan Lang diesbezüglich gute Erfahrungen gemacht: «Die Zusammenarbeit ist sehr gut, wir haben ein gutes Einvernehmen und ziehen am gleichen Strang. Wir wollen das beste Ergebnis für den Auftraggeber abliefern, ohne Wenn und Aber. Auch wenn Lösungen gefragt sind, können wir die Lösungsfindung zusammen angehen, was ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist.» Ein großer Mehrwert ist natürlich auch, dass bei BRC viele Mitarbeitende seit Jahren mit dem Brextor Erfahrung sammeln konnten. So können sie auch auf schwierigsten Baustellen ihre Expertise anwenden und das Optimum an Leistung herausholen.

Der Umweltaspekt darf nicht unterschätzt werden

Nun stellt sich natürlich automatisch die Frage, ob man bei solch einer Baustelle mit beschränkten Platzverhältnissen eine Pfahlkopfbearbeitung ohne Brextor durchführen könnte. Stefan Lang bejaht, gibt aber zu bedenken: «Machbar ist natürlich alles, aber wir haben nur ein beschränktes Zeitfenster zur Verfügung und wenn dieses nicht massiv verlängert werden kann, wäre solch ein Unterfangen ohne den Brextor nur mit viel Ressourcen und Personal möglich.»

Kappen von Pfählen
Einige Tage später: Das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Was bisher, zugegebenermaßen auch in unserer Berichterstattung, zu kurz kam, ist der Umweltaspekt des Brextor. Der Vergleich Abspitzen mittels Luftkompressor zeigt, dass für die Verarbeitung eines Pfahlkopfes mit Brextor 70 % Treibstoff eingespart werden können. (z. B. 25 lt pro Pfahlkopf Ø 100 cm und Abbauhöhe 100 cm)

Mit dem eingesparten Treibstoff leistet der Brextor zudem einen Beitrag an den CO2-Fußabdruck einer Baustelle. Meistens werden die Treibstoffkosten des Kompressors nicht der Pfahlkopfbearbeitung zugeordnet.

Von der Geschwindigkeit des Brextor konnten wir uns live auf der Baustelle überzeugen. In kürzester Zeit sind die Pfahlköpfe bearbeitet, die Eisen freigelegt. An dieser hervorragenden Performance hat sich in all den Jahren nichts geändert. Es ist sehr beeindruckend, unter welchen Bedingungen der Brextor agieren kann. Auch unter engen Platzverhältnissen, wie oben sichtbar.

Die Zukunft des Brextor beginnt bereits heute

Implenia beweist einmal mehr seine Offenheit für neue Technologien, die für die Baustellen einen wertvollen Mehrwert bringen. Gerade beim Vierspurausbau in Liestal kann der Brextor seine Vorteile voll und ganz ausspielen. Der Umwelt wird nicht zuletzt aufgrund der Wiederverwendung des Abbruchmaterials und des geringeren Kraftstoffverbrauchs gegenüber herkömmlichen Methoden der Pfahlkopfbearbeitung etwas Gutes getan. Nicht vergessen darf man, dass trotz der hohen Geschwindigkeit die Qualität des Endresultats schlicht unübertroffen ist. Der Brextor hat in all diesen Bereichen die Pfahlkopfbearbeitung revolutioniert und ist bereits zur vorgeschriebenen Standardausrüstung bei vielen Baustellen avanciert.

SpektrumBau Juni 2022 Ausgabe

Original Pressebericht in Deutsch.

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